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2月28日 Ein Tag wie jeder andere...Hola ihr Lieben,
nach zwei Tagen ohne oder mit ganz wenig Regen war es mal wieder noetig - es regnet in Stroemen, sogar mit Hagelkoernern. Gut fuer die Ratsmitglieder, die gerade eine neue Verfassung austuefteln und somit kein gutes Wetter verpassen, schlecht fuer die hungerstreikenden Demonstranten auf der Plaza San Francisco, die nicht mehr fuer den Staat, sondern in eigenen Kooperativen arbeiten wollen und jetzt nass werden - und wie auch immer man es sieht: Sarah und ich sitzen im Internetcafé und geniessen die Trockenheit hier drinnen. Ja, sie ist wieder fitter, war heute auch wieder bei José María, ihrem Spanischlehrer.
Waehrend sie gestern noch am liebsten in der Horizontalen verbrachte, war ich wie immer im Hospital. Nach der Visite von gerade mal zwei Patienten, wunderte ich mich, wo denn meine Studenten waren, da doch jetzt eigentlich der morgendliche Unterricht mit Dr. Felix Loza, meinem Lieblingsarzt, war. Der klaerte mich dann auf, dass sie sich entschuldigt haetten, weil sie fuer einen anderen Prof. etwas vorzubereiten haetten - in Bolivien sind naemlich die Theoriestunden - wohl im Gegensatz zu den praktischen - nicht verbindlich, was Felix und ich doof fanden. So haengte ich mich einfach an ihn ran, hoerte seinem nicht versiegenden Strom von Infos zu - ob medizinisch, typisch bolivianisch oder einfach nur rumerzaehlend, er hat ein nicht versiegendes Repertoire von Stories. Z.T. machten wir die Sprechstunde fuer Leute, die operiert werden sollten, rannten dann wieder rum (am liebsten zur Dermatologie, weil da eine Freundin von ihm arbeitet) zu Konsiliaruntersuchungen, zwischendurch hielten uns immer wieder die aufgestylten PharmavertreterInnen auf, die wie alle mit beso begruesst wurden und ihre Medikamente verteilten (pro Tag sicherlich um die 4 VertreterInnen!), die die Aerzte dann als Proben an die Patienten weiterverschenken, wenn sie von ihrer Wirkung ueberzeugt sind (das sind die bereits erwaehnten Medikamente in den Pappkartons unter Betten, in Sprechzimmerschraenken etc.), hoerte zu, wie er sich eine halbe Stunde mit den Assistenzaerzten ueber eine Versammlung am Nachmittag aufregte, zu der sie nicht gehen wollten, weil sich nichts Neues ergeben wuerde, aber trotzdem gehen wuerden. Welcher deutsche Arzt haette die Zeit, sich so lange aufzuregen? Zeit ist hier wirklich aeusserst dehnbar. Z.B. liegen von 12-14h die meisten Geschaefte etc. brach, weil das almuerzo, also das Mittagessen, der wichtigste Teil des Tages ist, aus mindestens 3 Gaengen besteht (fuer etwa 0,50 Euro in kleinen Essstuben). Natuerlich immer mit mindestens einem Fleischgericht - Fleisch wird hier schliesslich in einer der groessten Tageszeitungen "el diario" als Hauptnahrungsmittel No. 1 aufgezaehlt...
Mittags ging ich wie immer nach Hause und verbrachte einen ruhigen Nachmittag mit Sarah, was mir sehr gelegen kam, weil ich doch ziemlich kaputt bin, wenn ich aus dem Hospital komme. Es ist ja wirklich kein langer Arbeitstag - hoechstens von 8-13h -, aber die Sprache, die Hoehe, es ist fuer mich wohl alles etwas anstrengender als in Deutschland. Aber die sinnvollste Tat des gestrigen Tages muss ich noch erwaehnen: ich brachte tatsaechlich meinen Schuh, von dem schon seit der Mittelamerika Tour mit Almut 2004 die Sohle halb ab ist, zum Schuster. Der Schuster war ein ganz toller, fuer bolivianische Verhaeltnisse extrem organisierter Mensch, und hatte tatsaechlich abends den Schuh fertig geklebt und genaeht. Das muss doch jetzt halten - auf jeden Fall besser, als die Sekundenkleber-Aktionen, die ich seit ueber zwei Jahren regelmaessig starte ;-)
Eigentlich hatte ich mich heute auf den Unterricht gefreut, aber mal wieder lief alles anders als gedacht. Die Studenten hatten nach wie vor mit dem anderen Fach zu tun, der Unterricht fiel also aus. Dafuer war eine ehemalige Assistenzaerztin zu besuch, die seit 6 Jahren in Chile ist und dort gerade an Cholesterinaufnahmehemmern bei Maeusen mit dem Namen Ezetimibe forscht und wohl den Wirkungsmechanismus rausgefunden hat. Darueber hielt sie uns mit einer PowerPointPraesentation auf einem Mac (wie sympathisch) einen Vortrag, der sogar fuer mich verstaendlich war. Der groesste Erfolg des Ezetimibe ist wohl die Verhinderung von Gallensteinen - der Todesursache No.1 der chilenischen Frauen, wie sie meinte. War informativ und interessant war die Doctora an sich schon: gerade mal vielleicht so Ende 20, Internistin, Forscherin, spricht fliessend natuerlich spanisch und englisch, aber auch noch deutsch (wirklich sehr gut, war mal in Deutschland und ihre Forschungsmaeuse kommen z.T. aus Bonn), italienisch, franzoesisch, japanisch, Aymara (Sprache der indígenas hier, soll dem japanischen aehneln) und vielleicht habe ich noch was vergessen. Krasser Lebensweg, gerade fuer die Verhaeltnisse hier. Muss wohl ziemlich intelligent sein, die Gute, hat auch Stipendien und so bekommen.
Nach der Praesentation habe ich mir von Stundenten des fuenften Jahres was ueber den Lupus erythematodes (Autoimmunerkrankung) erazaehlen lassen und auch gleich ein Beispiel angesehen. Dann war grosse Visite, wo sich mein Kreislauf mal wieder nicht so richtig mit dem langen Stehen verstanden hat. Waehrend der Visite klaut sich Felix immer eines der Buecher aus meiner Kitteltasche - mal das Arzneimittelpocket, von dem er total begeistert ist und es gerne auf spanisch haette (gibt's das??), Spanisch fuer Mediziner oder am liebsten mein Woerterbuch. Dann sucht er sich die kompliziertesten Woerter aus und will die Aussprache lernen. So habe ich also auch eine Beschaeftigung waehrend der Visiten, wenn ich nichts verstehe. Das wird ab morgen sehr spannend, denn die Assistenzaerzte rotieren dann weiter und die neuen kommen - bzw. wohl nur einer, weil es zu wenige gibt, die Innere machen wollen. Schon krass, weil ja alles nur durch sie funktioniert. Felix hat mir schon "angedroht", dass ich ab morgen im Hospital wohnen werde, eigene Patienten bekomme etc. Ich lass mich mal ueberraschen, bisher war das ja alles noch sehr harmlos. Nach der Visite stiefelten Felix und ich erst zur Untersuchung eines Maedchens, dass wegen falsch muendender Gefaesse am Herzen in Caracas operiert werden sollte, das Geld aber erst noch irgendwie beschafft werden muss. Dann mal wieder Konsiliaruntersuchungen (schon frustrierend, wenn man sich fuer unter einem Euro am Tag keine Blutverduennung mit Marcumar leisten kann und somit einen Schlaganfall mit 38a erleidet - dank eines Klappenfehlers) - und dann gabs was zu futtern. Irgendsoeine Empanadaart und einen Weihnachtspunsch - so kann man sich was drunter vorstellen. Wohl zur Feier der Entlassung der nun ertigen Internisten - zwei gehen zur Nephrologiespezialisierung per Stipendium nach Venezuela, einer wurde gleich von einer Aerztesucherin eines anderen Krankenhauses eingefangen. So richtig lohnt es sich ja nicht, hier Arzt zu sein - Felix verdient als feriger Kardiologe und unterrichtender an der Uni pro Monat 600 US$ - der Kongress, zu dem er gestern eingeladen wurde kostet 250 US$ - ohne den FLug nach San Josa, Costa Rica...
Nach diesem Morgen assen Sarah und ich im Hostel Mittag und machten uns auf zum Polizeimuseum - es sah naemlich schon ziemlich nach Regen aus, fing dann auch an zu Gewittern... Also war das doch sicherlich eine gute Entscheidung. Zuerst sah es einfach nur klein und relativ uniformativ mit ein paar Muetzen und Uniformen aus - aber dann kamen wir in das Zimmer der Morde. Tja, und da hingen dann Fotos von Mordopfern mit durchgeschnittener Kehle, offenem Brustkorb etc. rum - die Gesicher super zu sehen, ohne jegliche Anonymisierung. Auch Fotos einer Autopsie waren hier zu sehen, super. Das mussten wir uns dann doch nicht geben und fluechteten in das Vaterlandszimmer, wo es Flaggen, Sportpokale etc. zu sehen gab - wir aber eher den staerksten Regen abwarteten und uns dann ins Internet fluechteten. Daher also dieser Eintrag ausserhalb der Reihe. Genug zu erzaehlen gabs ja auf jeden Fall auch so - nach nur zwei Tagen ;-)
Heute Abend werde ich mir mal ansehen, wie der Salsaunterricht so ist - und ich hoffe, dass es nicht mit dem Grundschritt losgeht. Nach 3 1/2 Jahren, u.a. mit taeglichem Einzelunterricht in Guatemala muss das nicht unbedingt sein... Vamos a ver! :-) 2月26日 Fin de semana en ChulumaniEinen sonnigen Tag wuensche ich,
nicht wundern, trotz aller Horrormeldungen ueber Wetterhorrormeldungen (ohnehin Regenzeit + einem extrem aktiven El Niño) sind wir nach wie vor verschont geblieben von weggeschwommenen Haeusern, Viehherden, Ernten, ja wohl leider auch Menschen. 65% Boliviens sind einem ziemlich schlimmen Zustand und leiden unter den Wassermassen, es gibt 35 Tote, 6 Vermisste und 350.000 Obdachlose (Stand heute "El Diario") und angeblich wird der Hoechststand fuer viele Fluesse erst im Maerz erwartet. Wir haben uns also genau die richtige Zeit zum nicht-Reisen ausgesucht, sondern sind ja in der Woche ohnehin zum Arbeiten in La Paz und am Wochenende gondeln wir in der "naeheren Umgebung" rum.
Dieses Wochenende z.B. setzten wir uns in den Bus nach Chulumani, einer kleinen Stadt westlich vom La Paz in den sogenannten Yungas, also dem Dschungel, Urwald, wie ihr wollt. Die Hinfahrt dauerte etwa 4 Stunden, in denen wir von den etwa 3500m Hoehe in La Paz durch Wolken und die ganze Zeit auf engen, kurvigen Schotterpisten an Abgruenden vorbei rasten, in die man kaum gucken, geschweige denn fallen wollte, auf gerade mal 1700m Hoehe in Chulumani. Wir waren zunaechst die einzigen Touris, so dass wir natuerlich gleich die Aufmerksamkeit auf uns zogen. Dieser entflohen wir, indem wir einfach mal bergab wanderten, um uns Bananen- und Limonenbaeume, Kaffeestraeucher - und vor allem Coca. Nachdem wir am Freitag in La Paz im Coca-Museum und somit super informiert waren, interessierten uns die Coca-Felder, die stufig in den Hang angelegt waren, natuerlich besonders. Interessant ist besonders der Januskopf-aehnliche Umgang der kolonialistischen/imperialistischen Laender mit den Kraut, welches in Bolivien stets Tradition hatte und vom religioesen bis zum medizinischen eine grosse Bedeutung genoss und nach wie vor geniesst. Coca, wie der Name ja schon anzeigt, ist der Ursprung des Kokains (in Coca sind Kokain und zwei weitere Alkaloide), der Lokalanaethetika Procain, Lidocain etc. und natuerlich auch der Coca-Cola, in der aber heutzutage lediglich das Aroma verwendet wird. Als die Conquistadores kamen verbot die Kirche zunaechst die Pflanze und ihren Gebrauch als "Teufelskraut", welches ueberhaupt erst zur Armut in Suedmaerika gefuehrt haette. Als dann aber deutlich wurde, dass die Sklaven - besonders in den Silberminen Potosís - die harte Arbeit cocakauend viel besser machen konnten (48h durcharbeiten, sehr weniger Nahrung brauchten etc.) wurde es fuer sie sogar verpflichtend Coca zu kauen. Als dann 1860 oder so ein Goettinger (man hoere!) die anaesthetische Wirkung des Kokains das erste Mal beschrieb und Freud es ausprobierte und mehr ueber die psychischen Auswirkungen herausfand, begann eine neue Aehra der Coca. Mittlerweise kann man Kokain synthetisch herstellen, was die Kontrolle der Wirkung verbessert, und viele Laender (alen voran die USA und Deutschland mit etwa 1/5 der USA-Produktion) produzieren es nun also selbst. Bolivien darf laut US-Sanktion noch 20.000 Ha Coca anbauen, es aber auch nicht exportieren. Somit entgeht ihnen viel Geld, andererseits darf auch nicht der Vorteil synthetisch hergestellter Medikamente unter den Tisch fallen. Schwierig, schwierig...
Auf jeden Fall waren wir nun also umgeben von Coca in Chulumani. Auf unserer Wanderung begegnete uns ein aelteres kauendes Paar, dass auf dem Ruecken riesige Beutel voller Cocablaetter den Berg hochschleppte. Es war aufgrund der geringeren Hoehe natuerlich auch um einiges waermer, so dass es vermutlich Schwerstarbeit war. Nachdem wir uns die Cocafelder genauer angesehen hatten machten wir uns wieder an den Aufstieg - super timing, kaum waren wir naemlich oben wieder im Dorf, das Chulumani eigentlich war, angekommen, kam der grosse nachmittagliche Regen. Schon auf der Busfahrt war die Strasse an manchen Stellen aufgeweicht gewesen und die Fahrt hatte dem Schaukeln nach zu urteilen z.T. eher einer Schiffahrt geaehnelt. Wir konnten uns also vorstellen, dass es in den anderen Teilen des Landes ziemlich schlimm sein musste. Ebenfalls im Diario stand eben, dass ueber eine Evakuierung von Trinidad, einer Stadt im Westen Boliviens nachgedacht wuerde, ausserdem kam im Radio, dass Cochabamba von derAussenwelt abgeschnitten waere. Wir haben also wirklich Glueck gehabt, erstmal in La Paz relativ "fest zu sitzen".
Unser Hostel in Chulumani, direkt am Hauptplatz gelegen, hatte viele tolle Aspekte: es war sehr guenstig, wir hatten tatsaechlich frische Bettwaesche, dank einer fleissigen Waescherin auf der Terasse - ja, die Terasse, dass war wohl das tollste! Unser Zimmerfenster ging direkt auf diese Terasse hinaus, von welcher man einen tollen Blick ueber das gruene, tropische Tal hatte. Nachts fuehlte man sich auf Grund der Geraeusche wirklich wie im Dschungel. Um den Regen im trockenen zu geniessen setzten wir uns auf die Terasse, die von einer kleinen Gruppe Paceños bevoelkert war, die Urlaub hatten und den ganzen Tag nur soffen. Eine bessere Gesellschaft konnte man sich also kaum vorstellen... Sie wollten uns auch sofort in ihr Gespraech einbinden und kriegten sich ob unserer blauen bzw. grauen Augen gar nicht mehr ein. Auf die Dauer war das ziemlich nervig, so dass wir, nachdem wir sie etwas verarscht hatten, im etwas abgeschwaechten Regen unser Abendbrot einkaufen gingen - der Markt war ja direkt vor unserer Nase. Ein grosser Pluspunkt von Chulumani war der Empanadas-Laden von María, wo ein Junge die ganze Zeit frische, warme Kaeseempanadas verkaufte. Mjam...!! Nach einem tollen Abendbrot auf der Terasse und einem laaangen Regengespraech auf selbiger mit Sarah, gingen wir nicht in die Disko mit 90er Mucke nach unten, sondern einfach ins Bett. Schlafen ist schliesslich der tollste Luxus!
Am naechsten Morgen machten wir uns auf den Weg in die andere Richtung vom Dorf aus gesehen, wanderten etwas durchs Unterholz und genossen den Blick auf die Berge, die sich nach und nach aus dem Wolkennebel befreiten und es daher wieder sehr heiss wurde. Um 12am schliesslich wollten wir den Bus zurueck nach La Paz nehmen, da nach den Wanderungen und dem Menschenbeobachten unser Kurzurlaub an der frischen Luft zu Ende sein sollte. Der Bus fuhr auch puenktlich um 12 ab, blieb aber dann erstmal 1 1/2 Stunden am Dorfausgang zum Reifenwechseln, Tanken etc. stehen. Irgendwann ueberholte uns der 1 Uhr - Bus... Sarah fuehlte sich nicht gut, ihr Kreislauf war nicht so doll und ihr war schlecht. Wir waeren also wirklich irgendwann gerne mal losgefahren. Nun denn, das taten wir ja dann auch gegen halb 2pm. Auf dem Weg rutschte ein Teil der Coca-Ladung, die auf dem Dach des Buses aufgehaeuft worden war, fast runter, so dass der eine Busmensch waehrend der Fahrt aus dem Fenster aufs Dach kletterte und versuchte, sie wieder festuzuzurren. Wir mussten schliesslich doch kurs halten, so dass uns der 1 Uhr- Bus, den wir zwischendurch dank ziemlich schneller Fahrt, eingeholt hatten. Así es la vida...
Wieder in La Paz fuhren wir mit dem Taxi zurueck ins Hostel, wo Sarah sich gleich ins Bett legte und ich nochmal auf die Jagd nach etwas Essbarem ging. Unser Hostel ist ja wirklich gut, preislich, das Zimmer ist toll - aber die Betreiber sind etwas unfaehig. Nach zwei Wochen haben wir zwar schon einen Freunschaftspreis vom Buero her bekommen, aber die Rezeptionsleute wissen nach wie vor nicht wer wir sind, dass wir Nr. 40 haben etc. Als nun, nach der langen Fahrt (immerhin ueber 5 1/2 Stunden), wir waren beide kaputt, Sarah krank, nicht checken wollten, dass wir bereits bis in zwei Wochen bezahlt hatten und nun nur unseren Schluessel wollten ("quieren habitación?"), wurde ich doch etwas ungeduldig.
Aber jetzt verlaeuft wieder alles in geregelten Bahnen: Wir haben unser Zimmer wieder, ich war nach der Arbeit einkaufen und habe unsere Waesche zum Waschen gebracht. Was will man mehr. Jetzt muss nur Sarah wieder fit werden.
Ich hatte heute Morgen auch schon das Gefuehl, dass ich etwas schwaechel, da mein Kreislauf bei der Visite und dem langen Stehen bei der Sprechstunde nicht so ganz so funktionierte, wie ich das gerne gehabt haette. Also ging ich frueher. Ausserdem ist der Prof. etwas gewoehnungsbeduerftig. Z.B. hat er mich nach dem matabolichen Syndrom gefragt, und ich war schon ganz stolz, dass ich die Komponenten wusste, aber nein, ich wusste ja nicht die genauen Werte, was ich doch eigentlich wissen muesste. Also morgen... Auch, dass er den Blutdruck, den ich gemessen hatte, von seinem Assistenzarzt nachmessen liess fand ich doch etwas... na ja. Es war der gleiche *grins*! Natuerlich lernt man so auch was, da ich alles nachgucke, was ich nicht wusste, einfach um ihm zu zeigen, dass ich nicht ganz doof bin... Jetzt weiss ich die Werte.
Letzte Woche Donnerstag fragte ich mich auch etwas, ob das hier ueberhaupt so viel bringt, weil es immer so ein Gewusel ist. Alle kuschen vor dem Prof., unsere Assistenzaerzte und auch schon die PJler sind irgendwie erwachsener. Nun denn... Aber das gute ist ja, dass nach einem doofen Tag immer ein toller kommt - sollte jedenfalls so sein. Ich war also etwas deprimiert, dass ich nach wie vor beim Herzauskultieren nichts pathologisches fand und es mir auch keiner zeigte. Also schrieb ich in meine Krankengeschichte (die ich uebrigens jeden Tag aendern musste und erst heute endlich dem Prof. einfach gegeben habe und schnell gegangen bin), was der Prof. fuer Herzgeraeusche gehoert hatte, ich aber nichts davon wahrgenommen hatte. Ehrlich waert am laengsten. So sah sich Felix, der tolle Unterrichtskardiologe, zufaellig mein Geschreibsel an und meinte, wenn ich mich halbwegs gerne haette, sollte ich dem Prof. die so nicht geben. Er habe zwar noch nie etwas derart ehrliches gelesen, aber wir sollten uns das doch nochmal zusammen anhoeren. Das taten wir also und ploetzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Tatsaechlich, da war ja ein Galopp (3. Herzton), und da ein Zug (4. Herzton). Super! Und pulsierende Jugularvenen am Hals, stimmt, Zeichen fuer Vorhofflattern oder- flimmern. Juchu! Anschliessend fragte mich Felix noch etwas aus, ich lernte etwas ueber die Diagnostik eines Cor pulmonale allein durchs Fuehlen. Das ist das tolle hier - Mangel an Maschinen und somit ein toller klinischer Blick. Kann ich gar nicht oft genug betonen. Nachdem ich eine ganze Weile mit Felix rumgerannt bin schickte er mich nach oben zum Filmgucken. Wieder Dr. House? Nein! Heute sahen wir uns zur Feier des Tages (letzter Tag einiger Assistenzaerzte - komischerweise waren heute wieder alle da, versteh ich nicht, aber nun denn...) "Einer flog uebers Kuckucksnest". Den Film wollte ich sowieso schon immer mal sehen. Die anderen waren weniger begeistert und als der Prof. auf seinem Handy angerufen wurde (Handies klingeln uebrigens auch dauernd bei Visiten etc. - z.T., weil sie die Pieper ersetzen, aber in Deutschland wuerde man da oefter doch mal schief angesehen werden, wenn man zwischendurch einfach telefoniert...) und raus ging waren ploetzlich alle ganz entspannt und luemmelten auf den Stuehlen rum, suchten den Vorspulknopf etc. - wie die kleinen Kinder diese Assistenzaerzte...
Donnerstag letzte Woche wollten Sarah und ich uebrigens ein kleines Problem loesen. Uns war aufgefallen, dass wir ja nur einen Stempel fuer 30 Tage fuer Bolivien hatten, was ja nun mal hinten und vorne nicht reichen wuerde. Also machten wir uns auf den Weg zur Migración, wo wir tatsaechlich ohne Probleme und Kosten einen neuen Stempel bekamen. Auf die Frage, warum man denn nicht gleich einen fuer 90 Tage bekaeme, was doch sonst Standard ist, sondern nur fuer 30, war die Antwort: wegen der Sicherheit des Landes! Ah ja...
Waehrend der Stunden, die das neue Stempeln dauerte machten wir uns auf den Weg in den angeblichen Botanischen Garten Mitten in La Paz auf einem Felsen. Als wir drin waren, bemerkten wir, dass es sich hierbei eher um einen Spielplatz handelte. Klar, ein paar Margarithen waren da auch drin - aber mehr Rutschen, Schaukeln, Klettergerueste... Wir verzogen uns also mit einem Eis in den Schatten und genossen die gute Luft, die etwa 200m ueber dem Strassenverkehr tatsaechlich reiner war. Wir sassen direkt neben einer meteorologischen Messstation, die ein Mann etwa einmal pro Stunde ablas. Toller Job...
Ach ja, noch mal kurz zum Hospital de Clínicas zurueck. Ich habe ja schon von den zwei Saelen geschrieben - einer fuer Frauen und einer fuer Maenner. In diesen sind dann pro Box zwei Betten. Ausserdem gibt es aber auch noch drei teurere Zimmer, Einzelzimmer mit eigenem Bad. Die einfachen kosten pro Tag 0,50 US$, waehrend die besseren 5,00 US$ kosten, also das 10-fache. Es wird aber alles privat bezahlt. Versichert sind in Bolivien etwa 25% der Bevoelkerung - in Deutschland mind. 95%. So, wie ich es verstanden habe, muessen die Versicherten aber zu bestimmten Aerzten, die fuer die Versicherungen arbeiten und angeblich ziemlich schlecht sind. Da die Behandlung also in den oeffentlichen Haeusern wohl besser ist, gehen auch Versicherte eher dorthin - oder man versichert sich eben nicht. Verstaendlicherweise.
Auf der Suche nach einem Papierladen lernte ich letzte Woche uebrigens Tatiana kennen. Ploetzlich war sie neben mir, brachte mich hin und fragte mich auf dem Weg aus, was ich den hier mache, sie sei Aerztin im Hospital de Clínicas auf einer anderen Station und ich sollte sie doch mal dort besuchen. Mal sehen, ob ich sie finde... Es sind zwar im Prinzip Stationen, aber eigentlich besteht das Krankenhaus aus einzelnen Haeusern, in denen jeweils eine Spezialitaet untergebracht ist.
Wenn ich das hier abgeschickt habe, fallen mir wahrscheinlich wieder die ganzen Kleinigkeiten ein, die ich vergessen habe. Aber erstens seit ihr bestimmt froh, wenn ihr hier durch seid (sorry, fuer Kurzfassungen passiert einfach zu viel) und zweitens soll es ja auch noch was zu erzaehlen geben, wenn ich wieder da bin. ;-) 2月21日 Schon eine Woche rum...Draussen fallen gerade die ersten Tropfen des nachmittaglichen Regens - was wuerde man da Besseres zu tun haben als mal wieder ein paar Zeilen in den Blog zu schreiben. Bei dieser Gelegenheit kurz zur Wetterlage: Bisher haben wir noch keine grossen Ueberschwemmungen gesichtet und auch noch keine Horrorstories ueber gesperrte Strassen gehoert. Es scheint unserer Weiterreise in einem knappen Monat also nichts im Wege zu stehen. Wie angekuendigt nutzten wir das vergangene lange Wochenende (ihr erinnert Euch: feriado wegen carnaval) zum ersten Kurzstreckenreisen in die Umgebung. Ein Muss zur Zeit des carnaval in Bolivien ist Oruru. Somit standen wir Samstag frueh auf - naemlich um 4:45 am um einen Bus anzukriegen - schliesslich will an diesem Wochenende und gerade an diesem Tag jeder nach Oruru. Das terminal de buses war ordentlich voll, aber wir ergatterten tatsaechlich einen Platz im Bus - und was fuer einen. Wie wir beim Betreten des Buses feststellten handelte es sich um einen Bus mit risengrossen einzelstehenden "Bettsitzen", die man also plattmachen und sich reinluemmeln konnte. Natuerlich wollten wir uns die Landschaft angucken auf dieser ersten Fahrt durch Bolivien, doch ich musste bald kapitulieren - halbwegs verstaendlich nach den letzten beiden Naechten, finde ich. Aber das was ich sah ist mit einem Wort zu beschreiben - Weite! Eine lange Strasse fuehrte in grossem Abstand zu den Bergen zu den Seiten direkt nach Oruru, und die Fahrt verging wie im Fluge (hin und zurueck jeweils etwa 3 Stunden). Angekommen folgten wir der Masse richtung Tribuenen. Dort konnte man fuer 70 Bs. (etwa 7 Euro) pro Person einen Platz auf der Tribuene kaufen - oder sich einfach so hinsetzen, als noch nicht so viel los war. Wir beobachteten eine Weile die Leute in bunten Kostuemen und Trachten, die, gleich welcher Gruppe sie angehoerten, alle den gleichen Tanzschritt huepfend an uns vorbeirauschten, unterbrochen von den Blasmusikgruppen - eben vergleichbar mit Faschingsumzuegen in Deutschland, nur vielleicht doch etwas knatternder. Der grosse Unterschied zum deutschen Karneval allerdings war die Aktivitaet vor allem der Kinder und Jugendlichen. Wasserbomben, Wasserpistolen (in allen Groessen) und Spruehdosen mit Seifenschaum oder etwas aehnlichem waren naemlich fuer diese Gruppe das Groesste. Natuerlich zaehlt hier nicht der reine Besitz, sondern moeglichst viele Leute moeglichst nass und seifig zu werfen und spruehen. Wir Touris waren da verstaendlicherweise ein beliebtes Ziel, was wir ihnen bei Sonnenschein auch grossmuetig durchgehen liessen, aber als es kuehler wurde und wir nicht mehr so schnell trockneten war es schon etwas nervig. Wir beide, vor allem Sarah, waren nach dem Carnaval somit auch etwas erkaeltet. Die Einschaetzung fuer passende und unpassende Situationen fand leider auch gar nicht statt, so dass mein Lonely Planet eine Wasserbombe abbekam und wir ordnetlich aufpassen mussten, wann wir unsere Fotoapparate rausholten. Nachdenken ist ja auch viel verlangt, wenn ueberall Party ist. Der Umzug schien auch eher nebensaechlich - Hauptsache Leute nass machen und, da ja die meisten Leute frei hatten, ordentlich viel Alkohol trinken. Da wir relativ schnell einen Eindruck vom Treiben bekommen hatten, tauschten wir kurzentschlossen unser Ticket fuer 5pm in eines fuer 2pm um, was mit Sicherheit die richtige Entscheidung fuer uns war. Wir waren nicht allzu spaet wieder in La Paz, konnten noch einen Grosseinkauf im Supermarkt am anderen Ende der Stadt starten und waren auch relativ frueh im Bett, was angesichts des naechsten tages wohl auch sinnvoll war. Am Samstag ging es naemlich los zum Titikakasee. Um halb 8am sollte uns ein Bus in der Naehe des Hostels abholen, so dass wir gegen Viertel nach 7 draussen standen. Na ja, als der Bus dann gegen Viertel nach 8 kam waren wir doch relativ froh darueber, denn morgens kann es ziemlich kuehl sein - Zwiebelschalenkleidung ist also angebracht. Nach einer langen Fahrt mit Bus-Boot-Bus-Boot waren wir ueber Tiquina und Copacabana schliesslich auf der Isla del Sol im Titikakasee angekommen. Durch meine Eltern bin ich ja seit Geburt sozusagen mit Reisen und Suedamerika aufgewachsen und der Titikakasee hatte immer etwas mystisches fuer mich. Und tatsaechlich wuesste ich keinen besseren Ort, wo Sonne, Mond und die Inka an sich entstanden sein koennten. Der See hat schon fast etwas von einem Meer, so gross ist er. Man kann das andere Ufer nicht mehr sehen. Auf der Isla del Sol angekommen schnappte sich uns gleich ein kleines Maedchen, dass ein tolles Hostel wuesste. So bestiegen wir kurzerhand den ersten Huegel dieser Insel (etwa auf 4000m), wo wir aber auch tatsaechlich ein sehr guenstiges Hostel (2,50 Euro pro Nacht pro Person im Zweierzimmer) mit tollem Blick zu beiden Seiten der Insel und natuerlichem dem See hatten. Da die Sonne rausgekommen war mussten wir natuerlich auch sofort mit den Fotoapparaten auf Motivsuche, die sich sehr einfach erwies, weil es einfach ein derart schoener Ort ist. Eukalyptusbaeume, Felsen, Gestruepp, Weite - was will man mehr?! Und auf der ganzen Insel waren Esel und Lamas unterwegs, die staendig auf und ab liefen, vollbepackt mit Nahrungsmitteln und Wasser, was oben gebraucht wurde. Wenn das keine Fotomotive sind...! Puenktlich zum Gewitter und extremen Regenchauer (es regnete durch die Fenster in unser Zimmer - na gut, sie waren auch mehrfach gesprungen...) waren wir in unserem Zimmer und genossen es drinnen zu sein, waehrend draussen die Welt unterging. Am naechsten Tag machten wir uns auf den Weg in den Norden der Insel, wo die Sonne geboren und nach der Legende die Inkaschoepfung begonnen haben soll. Es regnete zwar, aber davon liessen wir uns nicht abhalten - irgendwann wuerde es schon aufhoeren. Nach einer bergauf-bergab-Wanderung einmal ueber die ganze Insel, waren wir nach etwa 2 1/2 Stunden im Norden angekommen, wo wir unter einem von den Inka gebauten Vorsprung vor dem Regen halbwegs geschuetzt picknickten und dann die schwarz-weiss-Fotografiererei losging. Was das Fotografieren angeht passen Sarah und ich wirklich gut zusammen, da es fuer uns beide mehr ist als durch die Gegend zu knipsen. Zusammen werden wir also hoffentlich eine beachtliche Anzahl an guten Fotos mitbringen koennen. Nachdem wir zuerst voellig allein bei den Ruinen gewesen waren, kamen nach und nach immer mehr Leute mit Booten angefahren und wir machten uns auf die Wanderung zurueck, die durch mehr Sonne, also besseres Licht fuer Fotos laenger dauerte als der Hinweg *grins*. Wieder angekommen machten wir uns noch einen ruhigen Nachmittag mit Lonely Planet - Blaettern, ein wenig Reiseplanung, in der Sonne sitzen (hier beschmissen sich die Kinder nur gegenseitig mit Wasserbomben, ohnehin war das Verhalten auf der Insel mehr nach den Touris ausgerichtet, z.B. sollten wir am laufenden Band Fotos machen und natuerlich hinterher bezahlen - aber selbst wir hatten irgendwann genug Fotos...) und uns schliesslich zur Feier des Tages (warum auch nicht) das erste Mal nicht von Brot, Frijoles, Schmierkaese, Moehren und Aepfeln ernaehrten, sondern Essen gingen. Schon bei der Ankunft auf der Insel war uns das Schild eines vegetarischen Restaurants aufgefallen, da Sarah Vegetarier ist und ich ja auch irgendsoein dreivierteliger. So gingen wir also durch den Eukaplyptusbaum-Wald zum einem schnuckligen kleinen Haus, wo wir die ersten Gaeste waren und ein supertolles Essen bekamen: Spaghetti mit vegetarischer Bolognese und eine Pizza voller Gemuese - alles hausgemacht. Nebenbei noch ein toller Sonnenuntergang... Ach ja, ich merk schon, dass ihr alle ganz neidisch werdet - habt aber auch allen Grund dazu, es war einfach perfekt! Schliesslich kam auch noch eine Familie, deren eine groessere Tochter ziemliche Probleme mit der Hoehe hatte und somit Muña vorgehalten bekam, was wohl helfen sollte. Da ist uns dann mal wieder klar geworden, dass wir schon sehr gut an die Hoehe adaptiert sind. Wer koennte schon in etwa 4000m Hoehe sechs Stunden hoch und runter wandern, wenn der Koerper das nicht okay faende. Nach diesem wunderschoenen Abschiedsabend am Lago fuhren wir am naechsten Tag wieder nach La Paz - die gleiche Strecke wie vorher mit Boot-Bus-... Zum Glueck klappte das auch alles gut. Ich hatte etwas Bedenken gehabt, weil gerade am Dienstag der wichtigste Teil des Carnaval stattfinden sollte und niemand arbeiten wuerde, wir somit von La Paz aus nicht in Erfahrung bringen konnten, ob ueberhaupt ein Bus zurueck fahren wuerde, und ich ja auf jeden Fall am Mittwoch wieder Hospital sein wollte. No risk, no fun - es klappte alles wie am Schnuerchen. Mein Bauch machte sich zwar das erste Mal rumorend bemerkbar, aber ich als geuebte Amoebenbesitzerin nach Guatemala konnte dies zumindest schnell ausschliessen. Und jetzt ist auch schon wieder alles in Ordnung. Bevor wir die Insel verliessen, war ein aelterer Bolivianer so von uns begeistert, dass er mit meinem Apparat ein Foto von uns machen wollte und wir auch eins von ihm machen sollten, um unserem pueblo zu zeigen, wie man hier in Bolivien carnaval feiert. Er betonte auch, dass sie es hier am Lago noch viel traditioneller feiern wuerden, als im Rest von Bolivien, um die Pachamama und den Himmel zu ehren. Dann kam die Rueckfahrt. Wir fuehlten uns, als wuerden wir nach Hause kommen, als wir von El Alto runter nach La Paz fuhren und grinsten verstaenisvoll ueber die Touris, die das erste Mal den sagenhaften Blick ueber die ganze riesen Stadt genossen. So schnell geht das, wir sind doch gerade mal eine Woche hier. Wieder im Hostel nahmen wir unsere grossen Rucksaecke, die wir zum Glueck dort lagern koennen hatten und genossen die mehr oder weniger warme Dusche und die vorhandene Klospuelung, statt Regenwassertonne im Klo wie auf der Insel. Da wir kein oeffentliches Internetcafe fanden, dass trotz feriado geoeffnet hatte, sah Sarah schnell ihre mails in einem anderen Hostel nach, waehrend ich mit einem schottischen Surflehrer, der vier Monate alleine hier unterwegs ist ueber Wasserbomben fachsimpelte. So komme ich auch erst jetzt zum Blogschreiben. Viel schlimmer, ich musste die Krankengeschichte fuer Mittwoch mit der Hand vervollstaendigen und auch meine tareas fuer den Unterricht bei Felix, dem ausgeflippten, tollen Arzt noch eben mit der kleinen Hilfe durch Sarahs Herold (Innere Medizin - Buch) noch eben anfertigen. Denn heute war ja wieder Arbeitstag. Ist schon fast Routine. Ich war mit meiner Krankengeschichte nicht zufrieden gewesen, weil ich einfach zu viele Aspekte vergessen hatte zu fragen, und so bat ich den "maestro" wie Prof. Cordova-Roca wohl auch genannt wird, mir eine andere Patientin zu geben - die vorige war ja inzwischen entlassen und nicht mehr zu fragen. Aber fangen wir vorne an. Ich dachte, dass wie jedne Morgen erstmal Visite mit dem Prof. sein wuerde, wurde aber eines besseren belehrt, denn Andres, ein anderer Arzt, der ganz gerne mal rumshakert, winkte mich in den Raum, in dem wir Freitag Dr. House gesehen haben (ich habe gelesenen, ich habe mit meinem letzten Eintrag einen richtigen Dr. House-Boom verursacht, find ich super *grins*) - aber erst, nachdem er mir versichert hatte, dass sie hier in Bolivien nicht durch Dr. House - Sehen Medizin lernen wuerden, woraufhin ich versichterte, dies nie geglaubt zu haben. Wohl eine Reunion zum Anfang der Arbeitswoche, dachte ich mir. Aber nein, der Fernseher wurde aus seiner feierlichen carnaval-Verpackung ausgepackt und - ja richtig, wir sahen uns eine Folge Dr. House an. Ich konnte mit ein Grinsen ja doch nicht verkneifen. So kann also der blivianische Arbeitsalltag aussehen, soso. Sollte man bei uns auch mal einfuehren. Das Beste ist, ich kannte die Folgen, die wir bisher gesehen haben tatsaechlich noch nicht. Anschliessend ging ich zum Unterricht zu dem Dr. Felix, der natuerlich wieder toll war. Heute malte er zwar an der Tafel und dem Boden, statt an Fensterscheiben, aber wieder musste ich mir drei Promis aus den Fingern saugen - diesmal Schauspieler -, damit er die Vektoren zum Feststellen von Lagetypen anhand des EKGs benennen konnte. Ausserdem erklaerte er u.a., dass die Senkrechten der Vektoren (also z.B. zu I waere dies avF) mit diesen immer 180º ergeben wuerden anhand eines Wuerfels, dessen gegenueberliegende Seiten schliesslich auch immer als Summe 7 ergeben wuerden, man also immer wuesste, was auf der anderen Seite des Wuerfels ist. Allerdings kannte ich das Wort dado, was wohl Wuerfel auf Spanisch heisst nicht, so dass er einen riesigen roten Wuerfel irgendwoher holte und diesen durch das "Klassenzimmer", was eigentlich nur eine Spange, in der normalerweise 2 Patienten liegen ist, schmiss, woraufhin wir sagen mussten, was denn wohl auf der anderen Seite des Wuerfels sein koennte. Ich glaube, diese Art von Unterricht werde ich in Goettingen vermissen. Anschliessend mussten die anderen Studenten zu einer Pruefung und ich hoerte mir die Visite an. Heute war grosse Visite, also nicht nur mit Prof. Cordova-Roca von Seiten der Kardiologen, sondern auch mit der nephrologischen Chefaerztin. Ergo doppelt so viele Leute die rumstehen, und ich habe aus der Entfernung kaum etwas verstanden, was mich aber heute auch nicht so sehr stoerte. Zumindest weiss ich jetzt, dass es nicht an mangelndem Spanischverstaendnis liegt. Danach nahm ich noch eine Patientin auf, naemlich die, ueber die ich bis morgen die Historica Clinica schreiben soll. Das Aufnahmegespraech und die Untersuchung klappten auch super (ich hoerte natuerlich mal wieder nicht, ob es Herzgeraeusche gab oder ob die Toene rein waren...), bis sie wohl mal musste und unter dem Bett einen kleinen Plastikpott rausholte und reinpinkelte - allerdings nicht nur rein, sondern auch ueber die Hand, die sie mir zum Abschied gab. Ausgerechnet heute hatte ich natuerlich kein Desinfektionsspray dabei und Seife gibts im Hospital auch nicht. Jetzt koennte aber jedem klar sein, was ich als erstes tat, als ich wieder im Hostel war. Nach der Aufnahme war ich fertig und ging ins Internet, bis Sarah mich um 1 abholte, nachdem ihr Spanischunterricht zu Ende war. Wir machten einen Grosseinkauf im Supermarkt und fuhren mit dem Taxi nach Hause (fuer 6 Bolivianos, also etwa 0,60 Euro darf man das bei der Strecke und den ganzen Einkaeufen wohl auch getrost machen. SCheint hier ohnehin usus zu sein, sonst wuerde nicht vor dem Supermakrt direkt eine Taxibucht sein. Wieder zu Hause gabs Mittagessen, mjam, der Standard mit Brot, Frijoles, Schmierkaese, Moehren - oh, und Joghurt und Oliven! Ausserdem habe ich tatsaechlich nach einigen Fehlgriffen ganz gute Schoki gefunden, die keinen Nachgeschmack nach Asche oder aehnlichem appetitkillendem hat - und fuer den Notfall KitKatChunky *mmhh*. So viel also zu den letzten Tagen. Den Rest des Tages werden wir wohl mit Hausaufgaben verbringen, und was sich sonst eben so ergibt. Direkt neben unserem Hostel gibt wohl jemand Tango- und Salsastunden. Tango leider samstags, wo wir ja eher nicht da sind, aber heute Abend Salsa... Vamos a ver ;-) 2月17日 Fortsetzung...Heute war´s im Hospital noch viel besser als gestern. Erstens hatte ich geduscht und meine saemtlichen Medi-Utensilien, die schon recht hilfreich sind und dann verstand ich auch noch bei der Visite viel mehr als gestern, eigentlich alles. Anschliessend machte ich bei den Studenten des 4. Jahres bei einer Art Unterricht am Krankenbett mit, bei der sich unsere Uni wirklich was abgucken kann!! Der Arzt, der den Unterricht leitete war einfach super. Humorvoll und toll im Erklaeren. Wer kaeme bei uns schon darauf sich mit dem Typen von A Beautiful Mind zu vergleichen und im Patienten"zimmer" (durch Sichtwaende abgetrennter Bereich fuer je 2 Patienten) auf einen Stuhl zu steigen und die Herztoene mit ihrem zeitlichen Verlauf an die Scheibe zu malen, die Herztoene in die Kategorien hoch und tief einzuteilen und dann (die ganze Zeit im Patientenbereich) eine Plastikkanne mit Wasser zu fuellen, wieder auszukippen, dies mit der Herzleistung zu vergleichen und so zu begruenden, warum tiefe Toene in der Fuellungsphase des Herzens zu hoeren sind, Bolivianische Musik mit Vorhofflimmern gleichzusetzen, oder mich zu fragen, ob ich Latinomusik mag, mich nach Saengern zu fragen, Lieder von diesen loszusingen und dann darauf hinauszuwollen, dass jede Stimme (ob hoch oder tief) seinen eigenen Charakter hat, genauso wie Herzgeraeusche (die sich z.B. anhoeren wie Pauken, natuerlich auch hierzu wieder ein Tonbeispiel aus seinem Repertoire). Wahnsinn!!!! Was ich da alles gelernt habe, und so spannend gemacht, kaum zu glauben, dass es so was gibt. Da macht das Lernen Spass. Anschliessend fragte ich noch den Streber nach den Sachen aus, die ich nicht verstanden hatte, was aber eigentlich recht wenig war. Z.B., warum der Arzt ein Glas auf das Brustbein der Patientin gestellt hat - wenn sich das Wasser im Glas bewegt, hat sie eine Trikuspidalklappen-Insuffizienz. Ah ja.
Um 11 sollte ich beim Prof sein, er meinte, wir wuerden dann einen Film gucken. Bestimmt was hochwisseschaftliches, dachte ich mir. Ersmal gabs aber fuer alle Aerzte und mich Empanadas und Limo (extrem suess, und nicht die Spur der angepriesenen Papaya) und dann ging es los: Dr. House!! Ja, tatsaechlich, wir sahen und 2 Folgen Dr. House an. Fand ich irgendwie auch mal wieder extrem sympatisch. Im Krankenhaus sitzen, mampfen und mit Chefarzt und Kollegen Dr. House gucken - das grosse Vorbild der Diagnostik *g* Ich wusste ja schon immer, dass das eigentlich Bidungsfernsehen ist...
Anschliessend musste ich noch eine Patientin untersuchen und ausfragen, da ich bin Mittwoch eben die bereits erwaehnte Krankengeschichte vorstellen muss. Da es ja nur eine Uebung fuer mich ist und sie am Mittwoch schon entlassen wird, war es etwas schwierig. Und sie beim Mittagessen nach ihem Stuhlgang zu fragen fand ich dann doch irgendwie nicht so passend. Nun denn, muss reichen. Schliesslich war ich ja um 1 mit Sarah verabredet. Wir trafen auch den alten Mann von gestern noch mal. Sarah hatte heute ihren ersten Spanischunterricht und schlaegt sich so auch schon super durch.
Wir planten dann etwas die naechsten Tage und spazierten mal wieder so 5 Stunden durch La Paz. Diesmal war der Nordwesten dran mit seinen vielen tollen Maerkten, Aussichten etc. (schliesslich geht es immer bergauf, wenn man hier etwas geht. Wir sind schon richtig fit und mir geht es auch schon viel besser. Fit wie ein Turnschuh!
Kurz zur Planung: Morgen fahren wir nach Oruru, wo DAS Carneval-Event sein soll. Uebermorgen bis Diesntag fahren wie dann an den Titicacasee, juchu! Frische Luft, rumwandern, reisen! Habs mir stressiger vorgestellt mit der Famulatur, so kanns bleiben... :-) Die ersten Tage - soviel Neues!!Einen wunderschoenen guten Abend (fuer Euch wohl eher gute Nacht),
mit sonnengeroetetem Gesicht (die Hoehensonne ist nicht zu unterschaetzen!) kann ich mich nun an den angenehmen Teil dieses Internetbesuches begeben - den Blog. Zuvor musste ich meine erste Krankengeschichte auf Spanisch aufschreiben, muss naemlich am Mittwoch eine Patientin vostellen, uiuiui. Erst Mittwoch? Ja, hier ist jetzt erstmal feriado, Carneval eben. Da darf man sich nicht wundern, wenn man im Krankenhaus ploetzlich mit Wasser bepritzt oder Blueten beworfen wird, oder auf Strasse Wasserbomben und kleinen Kindern mit Wasserpistole ausweichen muss. So feiert man hier also Koelle Alaaf...
Aber von vorne. Gestern, Donnerstag war also mein erster Tag im Hospital de Clinicas, dem Uni- und gleichzeitig aermsen Krankenhaus von La Paz. Hier gibt es keine grosse Bildgebung, Labor wird gemacht, wenn man es fuer noetig haelt, EKG gibt es mit einer Ableitung - oder in Ausnahmefaellen 6, aber dann nur in Ausschnitten auf einem Din-A-4 Blatt. Gestern war dann erst das Problem des fehlenden Gepaecks sehr praesent, denn die ganzen Sachen, die ich ja mitdenkenderweise eingepackt hatte (Kittel, Stethoskop, Spanisch fuer Mediziner und natuerlich das Arzneimittelpockett) waren noch nich da. Irgendwie ergatterte ich dann einen der obligatorischen Kittel und guckte mir die Visite an. Allerdings nur zum Teil, da mein Kreislauf mehr nicht zuliess. Legte mich dann kurz in den Aufenthaltsraum, wo die Mediziner schlafen, arbeiten, unter den Betten Kartons mit Tabletten horten etc. Es gibt Studenten, die ueberall rumspringen (natuerlich sittsam und immer hoeflich - wenn schon das Geld nicht da ist, dann auf jeden Fall das Bild nach aussen, siehe auch obligatorischer Kittel, sauber und ordentlich zugeknoepft), Internos (Studenten im letzten Jahr, also wie in Deutschland die PJler), Residentes (Assistenzaerzte), Kardiologen und der Chef des ganzen: Prof. Samuel Cordova-Roca, der international fuer seine klinischen Diagnosen bekannt ist (wenn keine Geraete da sind, zaehl natuerlich der klinische Blick viel mehr, deshalb bin ich ja hier, um mir da was abzugucken) und dennoch immer hier ein Kuesschen, dort eine Umarmung uebrig hat, und ein wirklich sympatischer Mensch ist. Uebrigens: die Inernos muessen alle drei Tage Turnos machen, also von morgen um 6 bis zum naechsten Tag abends um 6 da sein. Da haben wirs doch noch ganz gut. Dafuer bekommen sie wenigstens ein bisschen (wirklich ein bisschen) Geld.
Nachdem ich mich dan laenger nach der Visite mit den Aerzten unterhalten hatte (mein Spanisch kommt langsam aber sich wieder) ging ich mit einer Aerztin, einer Interna und dem Chef in einen kleinen Raum, mi tiefer Decke, wo die Consulta externa (Sprechstunde) stattfinden sollte. Das war auch echt spannend - nur, dass ich mich zwischendurch mit Wasser und Dextroenergen dopen musste. Den ganzen Morgen stehen, wenn der Koerper noch mit der Hoehe kaempft, nun denn. Die Krankheitsbilder sind zum Teil wie bei uns (viel Diabetes durch falche Ernaehrung, Herzklappenverschleiss etc.), aber tatsaechlich auch Krankheiten, die ich nur aus dem Buch kannte. Logischerweise sind die Leute hier auch nur Menschen, die, wenn sie in El Alto (4000m Hoehe) etwas ueber La Paz wohnen und im Hochland arbeiten ordentlich rote Blutkoerperchen bilden muessen. Das kann dann aber auch zu gut gemeint sein, denn wenn der Haematokrit statt bei hoechstens 50 bei 71 (!) ist, dann kann man sich vorstellen, wie das Blut vor sich hin klumpt und nicht mehr so super fliesst. Da hilft nur der gute alte Aderlass und dann Umsiedeln in tiefer liegende Gegenden. Oder auch akutes rheumatisches Fieber nach Streptokokken-Infektion, chron. Myokarditis durch die Chagas-Krankheit (fast ganz Bolivien ausser Oruru ist Chagas-Gebiet) - toll fuer mich! Waehrend der Consulta hat der Prof. die ganze Zeit kleine Quiz' veranstaltet (Wirkungsmechanismus von Medikamenten etc.), wo ich ganz beruhig und doch auch ueberrascht war, dass ich da gar nicht so abgestunken habe. Die Aerztin wusste z.B. nicht, dass Enalapril ein ACE-Hemmer ist, also echt. (Dank an das letzte Semester mit Pharma und Mikrobio!!) Nach der Consulta erfuhr ich, dass es erst um 4 weitergehen wuerde, mit iner weiteren Visite. Visite schoen und gut, es war jetzt gerade ein Uhr, ich war um 4 mit Sarah verabredet, und so machte ich einfach Feierabend (sind ja schliesslich auch Ferien). So machte ich mich also auf den Weg nach irgendwo, wo ich noch nicht war (am 2. Tag nicht so schwierig). Bestieg im Suedwesten einen Aussichtspunkt und ging dann wieder zurueck. Der Rueckweg verkuerzte sich dadurch, dass ein Bolivianer erst nach der Uhrzeit fragte und dann zufaelligerweise (ah ja) den gleichen Weg hatte wie ich. Gut zum Spanisch ueben ;-) Ja, nach Deutschland wuerde er ja auch gerne mal... Kaum wieder im Hospital angekommen lernte ich einen alten Mann kennen, der seinen Sohn besuchte und mir stark anriet, in den Dschungel zu fahren, da wuerde er wohnen und die Luft sei dort auch viel besser. Ja, die Luft ist hier wirklich extrem schlecht. Vielleicht sollte ich mir auch bald ein Tuch vors Gesicht haengen, wie manche Schuhputzer...
Es stelle sich als sehr gute heraus, dass ich schon fertig war mir der Arbeit, da Sarah mir die Nachricht ueberbrachte, dass ihr Rucksack nun zwar da war, meiner aber nicht. Da ich es doch ganz nett fand, nach 4 Tagen mal wieder duschen und die Klamotten zu wechseln, ausserdem meinen Medizinkram brauchte, fuhren wir also zum Flughafen hoch nach El Alto. Dort war natuerlich niemand verantwortlich und erst um 10 wuerde jemand von TACA, der Fluggesellschaft, mit der geflogen waren, kommen - es wr gerade mal 5pm. Also warteten wir picknickender und galgenratenspielenderweise im Endeffekt bis halb 1am, da dann noch ein Flugzeug kam, in dem mein Rucksack haette sein koennen. Und zum Glueck war er dort auch tatsaechlich mitgekommen, juchu!! Wir waren also gegen 1 zu Hause, genossen die warme (!!) Dusche und schliefen wohl auch so etwa 3 Stunden, mit grossem Laerm von unseren oberen Mitbewohnern.
Damit das jetzt nicht gleich alles weg ist, schreib ich gleich einen neuen Eintrag ueber heute und schick diesen ertmal los... 2月14日 Hannover-Frankfurt-Caracas-Lima-La Paz!hallihallo,
wir sind da!!! nach 31 stunden sind wir also wohlbehalten angekommen - allerdings ohne gepaeck. das haben wir uns aber irgendwie fast schon gedacht, da wir ja so oft umsteigen mussten.
noch in caracas haben wir einen netten touristenbuero-typen kennengelernt, der seit 5 jahren in la paz wohnt und immernoch ganz begeistert ist. das koennen wir gut nachvollziehen. die hohen berge aussen rum und in der mitte eine grosse stadt mit kleinen, schnuckligen strassen. die gewoehnung an die hoehe laeuft auf vollen touren. nachdem ich gestern im flugzeug zum schluss mal wieder die reisekrankheit genossen habe, wir zu wenig getrunken hatten und einfach uebernaechtigt waren, verabschiedete sich mein kreislauf beim eintreffen in la paz zunaechst. wir fingen ihn mit lauwarmer cola und schocklagerung allerdings wieder ein, teilten uns ein taxi mit dem touri-orga-typen und kamen wohlbehalten in einem wirklich tollen hostel an. es ist direkt im zentrum, die rueckseite besteht aus der kathedrale (!) und das zimmer ist einfach toll - zudem noch ziemlich guenstig mit seinen 3,55 Euro pro person pro nacht. kann man nichts sagen.
nachdem wir uns dann dran gehalten haben viel zu trinken und sofort in bett zu gehen, waren wir heute morgen auch relativ fit. solange nicht zu viele stufen zu erklimmen sind, ist das atmen auch in ordnung. sarah hat damit sowieso weniger probleme als ich, und heute merke ich schon mein koerper die erythropoese angeschmissen hat und fleissig rote blutkoerperchen produziert. unser erster gang ging zum geldautomaten, so dass wir das hostel bezahlen konnten, und weiter auf die suche des hospital de clinicas, wo ich ja meine famulatur machen werde. das schien einfacher als es war. wir irrten einige zeit in la paz rum, was natuerlich an sich schon spannend war, hier ein foto, dort eins. schliesslich fanden wir mit hilfe der netten gruenen polizisten (den guten) auch das krankenhaus und trafen uns dann mit dem chefarzt meiner station, der kardiologie. war sehr nett und er zeigte uns gleich die station, stellte uns einigen mitarbeitern vor etc. da mein weisser kittel, stethoskop etc. alle noch unterwegs zu mir sind, werde ich morgen, an meinem ersten tag entweder was geliehen bekommen oder wir hoffen, dass der kram schnell kommt. das flugzeug landet allerdings wiederum erst heute nacht. also mal abwarten.
jetzt suchen wir gerade einen guten weg zum krankenhaus, damit ich nicht jeden morgen durch die gegend irre und anschliessend gucken wir uns sarahs potentielle sprachschule an, gehen mal zur botschaft um zu sagen, dass wir da sind und bei irgendwelchen unruhen gerne bescheid wuesten etc. also ein orga-tag.
soviel fuer heute. ganz liebe gruesse an euch alle und nochmal die kurzform: uns geht es gut und wir geniessen es, angekommen zu sein und in dieses fremde leben einzutauchen.
:-) 2月11日 Vorbereitungen...Nur noch 'ne Packung ASS, dann müsste ich eigentlich alles haben (sogar Scopolamin-Pflaster *g*). Hab jetzt auch ein Foto gefunden, was nicht mehr als 500KB hat, also hochladbar war. Sieht zwar etwas zersaust aus, aber das ich leicht damit zu erklären, dass es auf dem Pacaya, einem Vulkan in Guatemala aufgenommen worden ist, auf den ich 2003 gewandert bin. Das Wetter war sichtlich kalt, stürmisch und nass - eben in den Wolken.
Die Aufregung steigt - übermorgen Abend gehts los zum Flughafen Hannover, wo Sarah und ich eine ein paar Stunden die angenehme Schlafatmosphäre genießen, bevor wir Dienstag ganz früh abheben werden... |
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